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Geschichte der Greta

Die Geschichte des Elbfischkutters „Greta“ ist wohlbekannt, schließlich ist sie eines der Schiffe, mit dem der Museumshafen Flensburg 1979 gegründet wurde und von einem Gründungsmitglied desselben, Günther Wulf, wort- und bildreich überliefert. 

„Greta“ ist 1904 in Hamburg vom Stapel gelassen worden und gut 60 Jahre auf der Elbe als Fischerboot im Einsatz gewesen, von dort als Traditionssegler über die Schlei nach Flensburg gewechselt, in den 90ern nach Hamburg und jetzt wieder zurück. Seit Ende 2015  ist die „Greta“ nun als prominenter Neuzugang und Reparaturfall wieder in die Obhut des Museumshafen Flensburg gewechselt.

Überlieferte Geschichte der „Greta“

Aus dem Einladungsschreiben von Günther Wulf zum Stapellauf seiner damals „Lytte Ven“ getauften Greta am 01. Mai 1983:

„Es ist gelungen, die Geschichte der „Greta“ zurückzuverfolgen. Nachdem zwei Brüder aus Blankenese den Bau des Schiffes 1904 bei der Schierhorn-Werft in Auftrag gegeben haben, um damit auf Fischfang zu gehen, wechselte der Fischkutter 1924 das erste Mal den Besitzer. Der Kutter wurde von dem Fischer Hustedt gekauft und vererbte ihn Jahre später an seinen Sohn, dem Fischer Arnd Hustedt. Der jüngere Bruder von Arnd, Jacob Hustedt baute das Schiff 1945 um, und zwar veränderte er das Heck, plankte das Schiff neu auf, deckte das offene Mittelschiff ein und setzte einen zusätzlichen Aufbau achtern über den Motor. Jacob H. hat dann noch einige Jahre nach dem Umbau mit der „Greta“ gefischt.

 

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1965 kaufte der Schiffsbauingenieur Ernst Moritz Arndt aus Hamburg-Wedel die „Greta“, und taufte sie auf den Namen seiner damaligen Verlobten „Inga” um. Herr A. veränderte wiederum das Schiff. Er machte die Fischbünn dicht und setzte auf das Mitteldeck einen Yachtaufbau mit anschließendem Cockpit. Herr A. nähte das bisher gefahrene Luggersegel zu einem Gaffelsegel um. Im Mai 1972 verkaufte er das Schiff an Kay Greiser, Hamburg.-Dieser taufte es auf den Namen „Magellan“. K.G. verkaufte die „Magellan“ an Paul Kostrewa, Weeseby a.d. Schlei im Herbst 1972. An der Schlei wurden die Aufbauten entfernt und durch einen „Supersperrholzaufbau“ ersetzt. Deck und Aufbauten erhielten ein Yachtstabdeck. In diesem Zustand wurde es von Gunther Silke, Flensburg, Ende der 70er Jahre aus einer Konkursmasse ersteigert.

 

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Ende 1979 kaufte ich in einer Eignergemeinschaft mit Jürgen Falk, Flensburg die derzeitige „Magellan“ und taufte sie auf den Namen „Tykke Venn“ um. Seit November 1982 wurde die „Tykke Venn“ auf der Werft Michaelsen & Sohn in Sonderburg restauriert. Sie erhält den damals üblichen Wiegenfußkiel, ein neues Schanndeck, ringsum neue Stützen, neue Schanz, neue Decksbalken, neues Deck und eine neue Vorderkajüte so wie einen Laderaum.

 

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Die Umbauten sind soweit fortgeschritten, daß der Taufe am 4. Mai nichts mehr im Wege steht.“

 

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Was danach geschah

Auch nach ihrem späteren Verkauf und Weggang aus Flensburg war sie weiterhin jedes Jahr zur Rum Regatta an der Förde zu begrüßen. Bis die Greta vor wenigen Jahre urplötzlich verschwand. Da ihr Eigner sich nicht mehr um sie kümmern konnte, landete GRETA in einem Hamburger Schuppen und feierte dort ihren 111. Geburtstag. Zuletzt war ihr Zustand katastrophal!

 

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